Martin J. Eckrich

  • geb. in Kaiserslautern als jüngstes von 6 Kindern1982
  • Besuch der freien Kunstschule (Rödelschule) in Mannheim
1983 - 1989
  • Studium an der Akademie der Bildenden Künste in München und Stipendium der Bayern-Pfalz-Stiftung in München
1983
  • Erste Performances in der Akademie, häufig im Zusammenhang mit Rauminstallationen. Seither fester Bestandteil künstlerischer Aktionen, die den Charakter kultischer Handlungen haben
1986
  • Gruppenausstellung von 12 Akademiestudenten im Münchener Rathaus, Installation "Der Erleuchtete"
1988
  • Gruppenausstellung mit Sigmar Polke, Michael Buthe, Magdalena Jetelova; Installation "Wahnzimmer" zusammen mit Bernhard Johannes Blume im Shakespeare-Haus in Köln
  • Einzelausstellung in der Galerie Eins in Speyer
1989
  • Diplom für Kultraumgestaltung als Meisterschüler von Professor Franz B. Weißhaar





Martin Eckrich - ein Feuilleton

Der 1963 als jüngstes von sechs Kindern in Kaiserslautern geborene Martin Eckrich hat nach einer Lehre im Malerhandwerk an der Akademie der Bildenden Künste in München Christliche Kunst und Sakralraumgestaltung studiert und sein Studium als Meisterschüler von Franz B. Weißhaar 1989 abgeschlossen. Bereits seit der Mitte der 1980er Jahre tritt Eckrich mit Installationen und Performances an die Öffentlichkeit und stellt mit Bernhard Johannes Blume, Martin Liebscher, Sigmar Polke, Michael Buthe, Magdalena Jetelova und anderen aus. Martin Eckrich lebt und arbeitet in Schifferstadt (Pfalz).

Für Martin Eckrich ist Kunst eine psychisch durchlittene Landschaft, ein mimetisches Protokoll auch von Isoliertheit und Fatalismus. In seinen Arbeiten spiegelt sich die narbenreiche Topographie der erlebten und erlittenen Zweifel wie das unerbittliche Infragestellen der eigenen Person. Mit jedem Werk begibt er sich auf unbekanntes Terrain, in das aufreibende Abenteuer des eventuellen Scheiterns. Hinter seinen oft absurd wirkenden Objekten, Installationen und Performances verbirgt sich eine ernsthafte und geradezu quälerische Selbstreflexion, eine beständige Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper, der stellvertretend für die Spezies Mensch steht. Leiden ist für ihn kein Passivum, sondern im Gegenteil ein Generator. Was ihn umtreibt, ist die Vanitas, die immerwährende Erinnerung an den Tod als die stärkste Motivation zum Leben.

Surrealistischen Vorstellungen entsprechend existiert für Martin Eckrich kein Unterschied zwischen Traum und Wirklichkeit. Seine Arbeiten bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Innen- und Außenwelt. Sie thematisieren in symbolischen Handlungen, die an archaische Rituale anknüpfen, psychische Grenzgänge, die als eine endlose Passionsgeschichte der Menschheit gelesen werden können.

Eckrichs Arbeiten sind frei von Ideologie und politischer Programmatik. Im Aufgreifen dadaistischer Techniken - sein Schaffensprozess ist voller Unvernunft! - bedient er sich schlichtester Utensilien. Mit seinen Objektbildern durchbricht er die konventionelle Rezeption von Kunst. Die Umkehrung der Vorstellung vom Gebrauchswert eines Gegenstandes ist eine gegen unsere Konsumwelt gerichtete subversive Haltung, die nicht zuletzt auch eine Verteidigung des scheinbar Wertlosen in unserer Welt der uneingeschränkten Warenfülle darstellt. Die als Einzelobjekte präsentierten, zumeist aber in verschlüsselte Installationen eingefügten Relikte sind Bruchstücke aus Eckrichs weitverzweigtem aktionistischem Gebäude.

Das traditionelle Bild ist für sein Anliegen ein untaugliches Medium. Seine ganzheitliche Sicht der Welt, in der die Grenzen zwischen den Kunstgattungen, zwischen Subjekt und Objekt, Mensch und Natur fließend sind, ist für ihn nur in Raumgestaltungen ausdrückbar, in "plastischen Bildern" (Beuys).

Das zentrale Thema von Eckrich ist der Kreislauf des Lebens samt Tod und Wiedergeburt, was schon die Titel seiner Installationen deutlich machen. Sein Werk zeigt, dass das Leben nicht bloß ein darwinistischer Kampfplatz ist, ein Ort der Gewalt und Faszination, sondern auch ein Ort des Übergangs, der Verwandlung. Eckrichs Kunst strebt nach Sinngebung und Verwandlung; er glaubt mit Hilfe der Kunst die Evolution des Menschen zum neuen Menschen voranbringen zu können. Seine mit verbrauchtem Material des Alltags inszenierten Kulträume sind chaotische Orte verborgener Mysterien, aber auch voller Epiphanie.


Prof. Dr. Herbert Dellwing, September 2010



2011
  • Gruppenausstellung beim Kunstverein Hockenheim
  • Malperformance, Kulturring Speyer
  • Malseminar "Überwindung des Leids durch Malen" in Oberarnbach
  • Gruppenausstellung und Performance "Frühlingserwachen", Galerie Nisters, Speyer 
  • Installation und Performance "Wolkenschiffe"
  • Theaterstück "Der weiße Fleck" zum Thema Alter und Demenz, in Lingenfeld
  • Performance "Tragflächen" bei "juxus himmel" in Karlsruhe
2010
  • "Evora", Künstlerbund Speyer
  • "Das Gold der Sonne", Rathaus Schifferstadt
  • "Blaustich in See" und Performance „Kulturschlaf“, Speyer
  • Performance "Sanktus Demenzia", TIG7, Mannheim
  • Performance und Bilder "Grenzenlos", Kletterwald, Speyer
  • Teilnahme am Kunstsymposium im Schloss Almoshof, Nürnberg
  • Theaterstück "Der weiße Fleck" zum Thema Alter und Demenz, AWO-Haus, Wiesenthal 
  • Performance "Das Gold der Sonne", Rathausplatz Schifferstadt
  • Performance "Schauplatz Erde", Kreisverwaltung Südliche Weinstraße, Landau
  • Utopia Azul, Evora, Portugal
  • Ausstellung in der Artgalerie am Schloss, Bad Bergzabern
  • "Megilla", Ausstellung mit dem Künstlerbund Speyer in der Landesvertretung Rheinland-Pfalz, Berlin
2009
  • "Das Metronom" Lager40, Mannheim
  • "Die Vision" Kunstladen, Mannheim
  • "Der Schatz“ Kunstladen , Mannheim 
  • "Erleuchtungsturm", Künstlerbund Speyer
  • "Die Hochbegabten" Evora, Portugal
  • "Der Lichtzustand" Evora, Portugal
2008
  • "Messereckenlicht", Brunnen45, Berlin 
  • "Im Wandel", Kunstverein Hockenheim
  • "..tanzen" Kulturhof Flachsgasse, Kunstverein Speyer
  • "Akte" mit der Gruppe Akzent, Feuerbach-Haus, Speyer
  • "Entsendung" Künstlerbund Speyer
2007
  • "Senden und Empfangen" Polygalery, Karlsruhe
  • "Berührungen" Kreisgallerie, Dahn 
  • "Darüber" MOK, Gnesen (Polen)
  • "Die Sänfte" Kulturhof Flachsgasse, Speyer
  • "Der Menschheit höchste Natur" Kreisverwaltung Landau
  • "Abschied vom Sonnenwissen" Marktbreit
  • "Bleibendes" Filzfabrik, Speyer
2006
  • "Ineinander" Orgelfabrik, Karlsruhe
  • "Entrissen" Pfalzbau, Ludwigshafen
  • "Licht durchdrungen" Kunstverein Lingenfeld
  • "Wort" Kunstverein Wörth e.V., Schaidt
2005
  • "Gereihung" Hochschule für Verwaltung, Speyer
  • Performance "Lebenspunkte", Hochschule für Verwaltungswissenschaft, Speyer 
  • Performance "Jenseits", Rheinufer Speyer
2004
  • Installation "Die Begegnung" im Haus am Westbahnhof, Landau mit Ausstellung des Bilderzyklus "Zwischen den Sinnen"
  • Installation "Die Wandlung" im Nationalpark Hainich, Thüringen
  • Installation "Ecken Licht" Galerie Caduta Sassi, München
2003
  • Einzelausstellung "Das Schöpfen aus dem Grün" mit Bildern und Holzplastiken im hanArt Kunstprojekt in Gütenbach/Schwarzwald
  • Installation und Performance "Der Kreuzweg" in der evangelischen Stadtkirche, Marktbreit Gruppenausstellung "Sarg-Art" in der Altstadtgalerie, Speyer; mit Videoinstallation der Performance "Kreuzweg" Evangelische Stadtkirche, Marktbreit 
  • Einzelausstellung "Gewachsenes" mit Bildern und Holzplastiken, Altes Rathaus in Schifferstadt
2002
  • Installation und Performance "Wegeswissen" im Rathaus Deidesheim 
  • "Zwischen Himmel und Erde" Künstlersymposium, Nürnberg 
  • Jahresausstellung des APK in der Pfalzgalerie Kaiserslautern
2001
  • Gruppenausstellung der BBK im Künstlerhaus, Würzburg 
  • Bodypainting und Aktausstellung, Blaues Haus, Kunstverein Speyer 
  • "Kunst vor der Haustür", Hachenburg
2000
  • Installation "Der Irrweg" im Alten Stadtsaal Speyer 
  • "Der Bruch" Galerie Inovent, Landau 
  • "Der Irrweg" Kunstverein, Speyer im alten Stadtsaal
1999
  • Ausstellung mit Figuren und Malerei im Alten Rathaus, Schifferstadt
  • Installation und Performance "Fluss in der Tiefe" im Maximilian Gewölbekeller in Speyer
1998
  • Installation "Die Erlösung", Giebelraum Dannstadt
  • Installation und Ausstellung "Die Waage", Cafe Lorini Ludwigshafen
  • Installation "Frau Mayer", Sonnenbrücke Speyer
1997
  • Installation "Im Reich der Schatten", Kellerraum Speyer 
  • Skulptur "Der Kreislauf des Lebens", Entsorgungsbetriebe Speyer
  • Performance "Seinsdare", Kinder- und Jugendtheater Speyer
1996
  • Installation "Der Aufstieg", Wasserturm Speyer
1995
  • Installation und Performance "Opfer" in der Galerie Caduta Sassi in München
  • Aktion/Performance "Die Unterwelt" im Kunstraum kleine Mandelgasse, Heidelberg
  • Gruppenausstellung des Künstlerbundes Speyer "Kunstkoffer" in Chartres, Frankreich
  • Gruppenausstellung des Künstlerbundes Speyer, Installation und Performance "Transatlantik" im Kultusministerium in Mainz
  • Gruppenausstellung des Künstlerbundes Speyer, Vitrinen "Der Weg durchs Feuer" in der Galerie - Edition "Du Faisant", Straßburg
1994
  • Einzelausstellung und Performance "Die Niederkunft - Schaut nur die Welt! Wie schön" in der Galerie Caduta Sassi, München
  • Installation und Performance "Sonne unter der Erde" und "Mond unter der Erde" im Gewölbekeller der Kurpfalzsektkellerei, Speyer
  • 2. Platz beim Kunstpreis der Volksbank Speyer
  • Einzelausstellung "Menschenbild" in der Galerie Odermatt in Schifferstadt
1993
  • Installation "Himmelswagen", Reicherthaus Ludwigshafen
  • Künstlerfest "Gegen Gewalt" Evangelisches Pfarrzentrum Schifferstadt
1992
  • Installation "Auferstehung", mit täglichem Ritus in der Galerie Hochfeld, München
1991
  • Einzelausstellung Malerei/Installation/Performance "Zusammen" im Schifferstadter Rathaus
  • Einzelausstellung und Performance "Prometheus" in der Galerie Caduta Sassi in München
1990
  • Installation "Die Taufe", Ausstellung gemeinsam mit Martin Liebscher im Künstlerhaus, Speyer




Iggelheimer Straße 54
67105 Schifferstadt
Deutschland

Telefon: 0049(0)623582586
Internet: martin-eckrich.de






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