Benjamin Burkard

1986
  • geb. in Kandel

2006
  • Abiturabschluss am Europa Gymnasium in Wörth

seit 2007
  • Studium an der Universität Landau, Kunst und Biologie


Preise und Stipendien

2008
  • Heinrich-von-Zügel-Stipendium für Malerei der Stadt Wörth

2009
  • Kunst am Bau - Bemalung der Kläranlange Kandel

2012
  • Gewinner des deutschlandweiten Kunstwettbewerbs: Junge Kunst in der Villa / Neustadt an der Weinstraße

2014
  • Gewinner des Item Kunstpreises für Malerei "Inoovation mit System"

2015
  • Förderung durch die Joseph-David Stiftung
  • Heinrich-von-Zügel Preis für Malerei
  • Albert Haueisen - Förderpreis für Malerei

2016
  • Phönix Kunstpreis | Top Ten, 2.Platz
  • Förderkoje auf der Kunst/Mitte 2016
  • Fischer/collegen Kunstpreis für Malerei 2016

Viele Arbeiten befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen.





Er gilt als Verkörperung des 'uomo universale', des umfassend gebildeten, geistig unabhängigen und in vielfältiger Weise schöpferischen Menschen: Leonardo da Vinci (1452-1519). Der italienische Renaissancekünstler schuf nicht nur ein bedeutendes künstlerisches Werk, sondern war ebenso als Architekt, Wissenschaftler, Schriftsteller und Ingenieur tätig. Seine Notizbücher enthalten zahlreiche Skizzen und Zeichnungen von Kriegs- und Flugmaschinen sowie Studien zur euklidischen Geometrie, Mechanik und Hydraulik. Schnell kommt beim Ateliergespräch mit Benjamin Burkard am 21.07.14 in Landau die Rede auf Leonardo, mit dem sich Burkard intensiv beschäftigt hat, vor allem im Hinblick auf sein eigenes künstlerisches Hauptthema: Mensch und Maschine.
 
"Gestrandeter Wal" zum Beispiel. Das Bild zeigt einen von links diagonal ins Bild geführten, auf die Seite gekippten Schiffsrumpf mit einem großen Zahn- oder Schaufelrad an der Vorderseite. Die Container auf dem Schiffsdeck stürzen um. Im Vordergrund rechts hat sich ein Kind mit Schwimmflügeln auf eine im Wasser schwimmende Boje gerettet. Der Bildtitel interpretiert die düstere, surreal anmutende Katastrophenszene als einen gestrandeten Walfisch - ein typisches Moment in Benjamin Burkards Bildwelten, in denen Maschinen oder Maschinenteile häufig die Gestalt tierischer oder menschlicher Wesen annehmen, technische und biomorphe Bildelemente verschmelzen. Typisch ist auch die Art und Weise, wie die Bildidee entstand: Burkards Bildern liegen nämlich häufig alltägliche Beobachtungen zugrunde, in diesem Fall am Containerterminal im Hafen von Wörth am Rhein. Diese visuellen Eindrücke werden in einer Art gemalter Collage mit Motiven kombiniert, die der Künstler aus einem riesigen Bilderfundus schöpft, den er im Laufe der Jahre zusammengetragen hat und der beständig wächst; sei es durch eigene Fotografien, sei es durch Bilder aus dem Internet. Auch solche Fotos können den Anstoß zu einer Bildfindung liefern, so geschehen bei "Das Nest". Burkard hatte eine Aufnahme des Flugtagunglücks von Ramstein vom 28.08.1988 gesehen und spontan die Idee entwickelt, in einem Bild Trümmerteile eines Flugzeugs mit tierischen Flugwesen zu verbinden: Vögeln. Auf dem Boden liegende Triebwerke dienen den Wellensittichen als künstliche Bruthöhlen. Fliegen von Maschinen, Fliegen von Tieren - es sind solche Parallelen und Analogien, die den Künstler faszinieren, bis hin zu Wortspielen in Bildtiteln ("Viehzeugträger"). Sein Interesse für und das Verständnis von Prozessen in der Natur wurden durch das Studienfach Biologie (neben dem Fach Kunst und Kunstgeschichte) gefördert.
Benjamin Burkard übernimmt die Motive seiner Vor-Bilder nie eins zu eins, er kopiert sie also nicht, sondern entwickelt die Bilder und Zeichnungen in intensiven Werkprozessen, während deren die Werke vielfältige Metamorphosen durchlaufen. Zunächst erarbeitet er in Skizzen mögliche Kombinationen der Bildmotive, erprobt Varianten von Kompositionen, häufig auch unter Beifügung von Texten. Auf der Leinwand arbeitet der Künstler in Mischtechniken, verwendet Acryl- und Lackfarben, Bunt- und Bleistifte, außerdem Ölkreide und -farben sowie Terpentinersatz oder andere Verdünnungs- und Lösemittel. Über die grundierte Leinwand legt der Künstler mehrere abstrakte Farbschichten. Dabei wird die Farbe mitunter auf den auf dem Boden liegenden Bildträger geschüttet. Auf diese informell anmutende Farbschichten reagiert Burkard dann mit weiteren, teilweise transparenten Schichten, wobei er immer auch einzelne Partien zerstört und dadurch Tieferliegendes wieder freilegt. Neben Momenten der Zerstörung spielt auch der Zufall eine wichtige Rolle. Der Malprozess entwickelt eine Eigendynamik, aber die Grundidee des Bildes, zu der meist auch eine erste Idee für den Titel gehört, geht in diesem Prozess nie verloren, sondern gewinnt ihre individuelle visuelle Form. Während bei den Bildern die Malerei durch zeichnerische Elemente ergänzt und unterstützt wird, ist es bei den Zeichnungen umgekehrt. Burkard arbeitet mit und auf collagierten Papieren und bricht hin und wieder die Rechteckform auf ("Raderfinder"; "Des Fischers Freund"; "Begegnung"). Seine Interpretation der vier apokalyptischen Reiter schuf er auf herausgerissenen Bibelseiten, die den Text der Johannesoffenbarung enthalten. Auch Sprache, gedruckt oder geschrieben, verwendet Benjamin Burkard als Bildelement.
Im Werk und Werkprozess von Benjamin Burkard lassen sich Berührungspunkte mit den historischen Avantgardebewegungen des Futurismus, des Surrealismus und des Informel aufzeigen, ohne dass man den Künstler deswegen als Futuristen, Surrealisten oder Informellen bezeichnen könnte. Die italienischen Futuristen waren von Maschinen, Technik und von der Geschwindigkeit fasziniert. Berühmt sind die Worte des Schriftstellers Filippo Tommaso Marinetti im ersten futuristischen Manifest von 1909: "Wir erklären, daß sich die Herrlichkeit der Welt um eine neue Schönheit bereichert hat: die Schönheit der Geschwindigkeit. Ein Rennwagen, dessen Karosserie große Rohre schmücken, die Schlangen mit explosivem Atem gleichen (...) ist schöner als die 'Nike von Samothrake'." Die Surrealisten setzten die Methode der Kombinatorik ein und entwickelten verschiedene Verfahren, um den Zufall in die Bildentstehung einzubeziehen, die "Kontrolle durch die Vernunft" auszuschalten und zu einem "reinen psychischen Automatismus" (André Breton) zu gelangen. An die Kunst des Informel schließlich erinnern die ersten abstrakten Farbschichten über der Grundierung, abstrakte Partien auf den Oberflächen, das Experimentieren mit verschiedenen Malweisen und Maltechniken sowie vor allem auch der offene und prozessuale Bildbegriff.
 
Maschinentheater. Benjamin Burkard ist kein Maschinenenthusiast und -verklärer, sondern er thematisiert die Maschine in ihrer Analogie zum lebenden menschlichen oder tierischen Körper (und umgekehrt) sowie in ihrer ganzen Ambivalenz als Hilfsmittel und Werkzeug in der Hand des Menschen, aber ebenso als Leben gefährdendes, leid- und todbringendes (Kriegs-)Gerät. Diese Ambivalenz findet eine Entsprechung im Kolorit der Bilder, in welchem dunkle, bedrohlich wirkende Farben neben hellen, klaren, Heiterkeit vermittelnden Partien stehen. Der Künstler beschäftigt sich eingehend mit der Geschichte des Verhältnisses von Mensch und Maschine, mit der Maschine in der Kunstgeschichte und mit wissenschaftlichen Theorien wie der Kybernetik Norbert Wieners. Vor allem aber entwirft er nicht, wie Leonardo, Maschinen, die (zumindest theoretisch) funktionieren könnten, sondern er erschafft virtuos gemalte, faszinierend vieldeutige, irritierende Bildwelten, die bisweilen rätselhaft und theatralisch inszeniert erscheinen, dabei aber immer auch Spielerisches und Humorvolles enthalten - und so die Betrachter in ihren Bann ziehen.
 
Prof. Dr. Christoph Zuschlag über Benjamin Burkard in "Maschinentheater", Neustadt a. d. Weinstraße, 2014



Ausstellungen (Auswahl):

2017
  • Karlsruhe, art karlsruhe, One artist Show, Galerie Luzia Sassen
  • Berlin, "Collectors room", Collectors Club Berlin
  • Weinheim, "Wortmalerei trifft Maschinenmalerei", Förderverein Weinheim
  • Karlsruhe, "Begegnungen", Artlet studios
  • Münster, Artlet studios
  • Salzburg, Salzburg contemporary, Galerie am Hofsteig
  • Biel (Bienne), "Wunderwerke", Einzelausstellung in der Galerie 95
  • Konstanz, Art Bodensee, Galerie am Hofsteig
  • Wien, Novatic Forum, Benefizauktion mit Sotheby's
  • Köln, "Fourplay", 30works gallery
  • Berlin, "kybernetische Renaissance", Junge Kunst Berlin
2016
  • Karlsruhe, ART Karlsruhe
  • Rockenhausen, Museum Pachen
  • Dresden, Ostrale 2016
  • Magdeburg, Kunst/Mitte
  • Rheinzabern, Galerie Artelier 21 "Nimmerland"
  • Neustadt, Herrenhof "Vier der besten aus dem Südwesten"
  • Köln, Blooom

2015
  • Ludwigshafen, Stadtmuseum
  • Neustadt, Herrenhof
  • Büdelsdorf, NordART
  • Köln, Galerie Luzia Sassen
  • Bad Bergzabern, Artgalerie am Schloss, "ungewollte Wunder"
  • Amsterdam, Affordable Art Fair
  • Hirschberg, Item Gmbh "Ingenium" 
  • Essen, Contemporary Art Ruhr
  • Detmold, 42. Kunsttage Detmold "angetrieben"

2014
  • Offenbach, Galerie Thomas Hühsam
  • Kaiserslautern, Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern, "Apocalypse Now!"
  • Gladbeck, Galerie alte Spedition
  • Kandel, Artstreet
  • Ulm, Item-Werk, Ausstellungsbeteiligung zum Item-Kunstpreis 2014
  • Essen, C.A. R. - Contemporary Art Ruhr
  • Pulheim, 26. Kunsttage Rhein-Erft
  • Windeck, Art'pul
  • Karlsruhe, Teilnahme zur Langen Nacht der Museen
  • Weisenheim am Berg, Alte Synagoge, Einzelausstellung "Antistatik"

2013
  • Kaiserslautern, Museum Pfalzgalerie
  • Gladbeck, Ausstellungsbeteiligung zum Wilhelm Zimolong Förderpreis
  • Offenbach, Galerie HühsamMannheim / Galerie Rehberg
  • Neustadt, Villa Böhm, Einzelausstellung "Naturzustand"
  • Köln, 25. Kunsttage Rhein Erft
  • Albstadt, Albfactory
  • Lorient, Les ateliers ouverts
  • Rheinzabern, Galerie Artelier 21, Einzelausstellung "Artes Mechanicae"
  • Karlsruhe, KAMUNA 2013
  • Bürstadt, Ausstellungsbeteiligung zum Bürstädter Kunstpreis 2013

2012
  • Viernheim, Humboldt Galerie, Einzelausstellung "Stadt Land Mensch"
  • Mannheim  Galerie Rehberg
  • Karlsruhe, Kamuna 2012
  • Neustadt a.d. Weinstraße, Ausstellungsbeteiligung in der Villa Böhm zum Kunstpreis Junge Kunst in der Villa
  • Kaiserslautern  Ausstellungsbeteiligung zum Pfalzpreis für Malerei
  • Kandel  ARTSTREET 2012
  • Germersheim, KuMuNa 2012
  • Neustadt a.d. Weinstraße, Saalbaugalerie

2011
  • Neustadt a. d. Weinstraße, Saalbau - Galerie
  • Speyer, Heilig- Geist Kirche
  • Köln, 7. Kalkkunst
  • Berlin, Künstlerhaus P 142
  • Stuttgart, Wandelhalle, Einzelausstellung "Stadtgeflüster"
  • Neustadt, Herrenhof Mußbach





Hauptstraße 8
76777 Neupotz
Deutschland








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